Hinweise für Diabetiker
Falls Sie über eine Heilmittelverordnung Ihres Arztes verfügen,
werden die Behandlungskosten zu 90% von Ihrer Kasse übernommen.
(Bitte klicken Sie hier wenn sie Arzt sind und Info zur HMV 13 wünschen)
Voraussetzung hierfür ist ein Diabetisches Fußsyndrom.
Sprechen Sie mit uns, wir beraten Sie gerne.
Unsere Füße sind Schwerstarbeiter, die täglich eine große Last zu tragen haben. Das ist auch bei Diabetikern der Fall. Das Problem des diabetischen Fußes liegt aber in seiner gestörten Empfindungsfähigkeit. Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus sind Wundheilungsstörungen und Ausfall von Nerven vor allem im Bereich der Extremitäten wie Fuß und Fingerspitzen. Verletzungen werden daher nur sehr spät oder nicht wahrgenommen und heilen zudem langsam.
Der „normale Fuß“ meldet eine Überlastung oder Verletzung sofort, der „diabetische Fuß“ leider nicht. Daher ist für den Diabetiker eine spezielle Fußkontrolle und Fußpflege durch einen ausgebildeten medizinischen Fußpfleger (Podologen) unumgänglich.
Dies können Anzeichen für einen diabetischen Fuß sein
Kältegefühl bei warmen Füßen
Kribbelgefühl
Taubheitsgefühl
Ameisenlaufen
Wadenkrämpfe in Ruhe
Schmerzen in Ruhe, auch nachts (Linderung durch Bewegung)
trockene, rissige Haut
Fußschwellungen
Hornhautschwielen
fehlendes oder abgeschwächtes Schmerzempfinden
schmerzlose Hühneraugen
schmerzlose Wunden oder Verletzungen
Fußdeformitäten, Fehlstellungen und Minderbeweglichkeit der Zehen
Dies können Anzeichen für Durchblutungsstörungen sein
kalte Füße
Wadenkrämpfe beim Laufen
(Linderung durch Stehen bleiben oder durch Hängen lassen des Fußes aus dem Bett)
blasse Haut
dünne, trockene, pergamentartige Haut
dünne Fußsohle, wenig Unterhautfettgewebe
schwere, kraftlose Beine
schmerzhafte, schlecht heilende Wunden oder Verletzungen
Am besten gehen Sie zu einem ausgebildeten, speziell auch diabetologisch geschulten medizinischen Fußpfleger:
wenn Verletzungsgefahr aufgrund von Nervenschäden besteht,
wenn Sie aufgrund von Sehbehinderung Ihre Fußprobleme nicht erkennen können,
wenn Sie wegen Gelenksteifigkeit oder Unbeweglichkeit
Ihre Füße nicht richtig erreichen und behandeln können.
Kommen zu den Nervenschäden noch Durchblutungsstörungen hinzu, sind Ihre Füße einem doppelten Risiko ausgesetzt. Die Wundheilung auch kleinster Bagatellverletzungen ist erschwert, Entzündungen können sich im abwehrgeschwächten Gewebe besser und rascher ausbreiten. Durchblutungsstörungen sind auch für Diabetiker keine schicksalhafte Entwicklung, mit der Sie sich abfinden müssten. Heute gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, verengte oder verstopfte Blutgefäße wieder zu öffnen oder zu umgehen, damit die Füße wieder ausreichen mit Blut versorgt werden können. Diese Chance sollte niemand ungenutzt lassen.
Spezialisten können während einer Röntgenuntersuchung der Beinarterien (Angiographie) mit einem Katheter kurze Verengungen wieder aufdehnen. Gefäßchirurgen können längere Verengungen oder Verstopfungen mit einem Umgehungskreislauf (Bypass-Operation) überbrücken. Wissen Sie überhaupt, ob Sie an Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen leiden? Nein? Dann lassen Sie sich möglichst bald bei Ihrem Hausarzt oder Diabetesarzt untersuchen. Er kann bei Ihnen mit einer Stimmgabel die Nerven untersuchen. Sind Ihre Fußpulse nicht tastbar, kann er mit einer kleinen Ultraschallmessung (Doppler-Sonographie) die Durchblutung der Füße kontrollieren. Beide Untersuchungen sind schmerzlos.
Pflegetipps für Diabetiker
Waschen Sie ihre Füße täglich mit warmem Wasser. Von langen Fußbädern wird abgeraten, sie weichen die Haut zu sehr auf. Es sollte nur eine milde Seife (Spezialseifen aus der Apotheke oder Babyseifen) genutzt - und diese im Anschluss wieder gründlich abgewaschen werden. Wenn die Haut rau und trocken ist, sollten nach dem Waschen Cremes oder Salben zum Einsatz kommen.
Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Waschen - auch zwischen den Zehen sorgfältig mit einem weichen Handtuch ab, damit keine feuchten Stellen zurückbleiben. Diese könnten den Fuß für Infektionen anfällig machen. Suchen Sie Ihre Füße nach der Reinigung gründlich ab, damit Sie selbst kleinste Verletzungen frühst möglich erkennen. Feilen Sie Ihre Zehennägel nicht zu kurz und möglichst gerade. Dabei sollte eine runde Feile genutzt werden. Es gilt, jedes Verletzungsrisiko zu vermeiden.
Im Gegensatz zu gesunden Füßen, sollten Diabetiker nicht barfuss laufen. Bequemes Schuhwerk sollte eine Selbstverständlichkeit sein, genauso wie atmungsaktive Strümpfe aus Baumwolle, Wolle oder Seide.
nützliche Adressen
D D B
Deutscher Diabetiker Bund e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Goethestraße 27
34119 Kassel
Tel.: 05 61 - 7 03 47 70
Fax: 05 61 - 7 03 47 71
Vermittelt Ihnen Anschriften der Landesverbände,
die in Ihrer Nähe Ärzte, Kliniken und Ambulanzen kennen. Es werden Fortbildungsveranstaltungen für Diabetiker organisiert und der Gedankenaustausch zwischen Betroffenen vermittelt und gefördert.
V D B D
Verband der Diabetes-Berater/-innen in Deutschland e.V.
Am Eisenwald 16
66386 St. Ingbert
Tel.: 0 68 94 - 5 90 83 13
Fax: 0 68 94 - 5 90 83 14
Hilft bei Informationsproblemen und kennt "alle Adressen".
Vermittelt Ihnen die Anschriften der Landesverbände, die in Ihrer Nähe ausgebildete, speziell auch diabetologisch geschult medizinische Fußpfleger kennen.
AG Fuß der D D G
Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft
Sekretariat
Emil-Barth-Str. 78
40595 Düsseldorf
Tel / Fax: 02 11 - 7 39 36 63
Vermittelt Adressen von anerkannten Fußambulanzen und diabetologischen Schwerpunktpraxen, sowie von Diabeteszentren und Fachkliniken in Ihrer Nähe.
D P V
Deutscher Podologen Verband e.V
Kilianstr.69
33142 Büren
Tel.: 0 29 51 - 93 25 00
Fax: 0 29 51 - 93 32 51